Seychellen – eine Reise wert –

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Seychellen – eine Reise wert –

Ein ganz besonderes Reiseziel.

Im vergangenen Herbst saßen wir mit Freunden beisammen und überlegten wohin uns der nächste Törn führen würde. Die Überlegungen reichten von den kanarischen und den kapverdischen Inseln zu den Seychellen. Als wir die ersten Bilder der Seychellen im Internet gesehen hatten, waren wir schon hin und weg. Gemeinsam sammelten wir mit unseren Tablet-PCs schnell Informationen über die optimalsten Reisezeiten, Flugpreise und Charterbasen. Sehr schnell war die erste Anfrage an die Vermittlungsagentur (1a Yachtcharter) unseres Vertrauens formuliert. Bei dem Boot sollte es sich um eine Katamarn mit einer Größe ab 38 Fuß handeln der für 2 Wochen im September unser Zuhause werden sollte. Nachdem das Boot organisiert war konnten wir uns um die Flüge kümmern. Die günstigsten Hin- und Rückflüge waren nur mit einem Stop in Abu Dhabi möglich. Neben der üblichen Vorbereitung auf das Reiseziel durch das Lesen von Reiseführern, Informationen auf Web-Seiten, usw. haben wir uns aufgrund der Nähe zur somalischen Küste mit dem Thema „Piraten“ auseinandergesetzt.

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Durch die Kreuzer-Abteilung des Deutschen Segler Verbandes e.V. wurden wir Frühjahr 2015 auf ein Seminar der Bundespolizei in Neustadt aufmerksam. „Workshop für Weltumsegler“ lautete der Titel der Veranstaltung des Piraterie-Präventionszentrums. Nach einem kurzen Emailaustausch mit den Beamten der Bundespolizei war klar, das Seminar müssen wir besuchen. Neben dem netten Kontakt mit den Polizeibeamten haben wir an dem Wochenende eine große Anzahl interessanter Segler kennengelernt.

Kurz vor unserer Reise hatten wir die Beamten des Piraterie-Präventionszentrums gebeten uns eine Gefährdungsanalyse für unser Reise zu erstellen. Bereits nach wenigen Tagen wurde uns eine 6-seitige Gefährdungsbewertung mit Informationen zur allgemeinen Lage, besondere Lage Seychellen (Mahé), einer Bewertung, wichtige Erreichbarkeit (SAR) sowie landesspezifische Sicherheitshinweise des auswärtigen Amtes übermittelt. Basierend auf der Gefährdungsbewertung hatten wir besprochen, dass wir uns als Crew in regelmäßigen Abständen mit Position, Ziel und Vorhabensbeschreibung per Email im maritimen Lagezentrum in Neustadt melden.

Neben unseren deutschen Mobiltelefonen hatten wir ein weiteres Mobiltelefon und einen mobilen WLan-Hotspot mit jeweils einer Prepaid-Karte eines der führenden Anbieter auf den Seychellen ausgestattet. Darüber hinaus besitzen wir für den absoluten Notfall ein Iridium-Satellitentelefon.

Weiterhin hatten wir mit dem maritimen Lagezentrum das worst-case-scenario für den Fall, dass wir uns nicht wie verabredet melden abgesprochen.

An dieser Stelle möchten wir den Beamten des PPZ ganz besonders danken. Sie haben mit dafür gesorgt, dass wir uns zu jedem Zeitpunkt sicher gefühlt haben und einen fantastischen Urlaub erleben durften.

Die Schiffsübernahme (Lagoon 380) erfolgte zunächst wie üblich, Papiere, Angaben zum Schiff, Motor, Segel, maritime Ausstattung (Dingi, Außenborder, Festmacher, usw.), Sicherheit, Deckausrüstung, usw. wurden gecheckt. Bei der Überprüfung des Ankers brach jedoch der Bolzen am Anker, sodass dieser erst einmal in den Tiefen des Hafenbeckens verschwand. Da sofort kein Ersatz verfügbar war konnten wir an unserem ersten Tag (Samstag) leider noch nicht ablegen. Am Sonntag war es dann soweit, mit neuem, gebrauchten Anker machten wir uns auf und begannen auf der offenen See zunächst mit der Kontrolle der Segel (Konnten im Hafen nicht geprüft werden) und den Seemanövern (MOB, Wenden, Halsen, usw.). Am späten Nachmittag haben wir in einer süd-westlich gelegenen Buch der Insel „Ste Anne“ geankert. Das Ankerbier hatten wir, nachdem wir von Stingrays begrüßt wurden, am Strand der traumhaften Bucht zu uns genommen.

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Am Sonntag sind wir gestartet um in die Bucht von Beau Vallon (Mahé) zu segeln. Im laufe des Nachmittags frischte der Wind auf, sodass wir reffen mussten. Leider hat sich dabei ein Teil der Saling verabschiedet, sodass wir wieder in die Marina Eden Island motoren mussten. Nachdem Eintreffen sollte der Bootsmann der Charterfirma den Schaden beseitigen und wir haben die Zeit genutzt einen Ausflug in die kleinste Hauptstadt der Welt (Victoria) zu machen.

Nach unserer Rückkehr in die Marina Eden Island wurde uns leider mitgeteilt, dass der Schaden nicht sofort beseitigt werden kann und wir das Boot wechseln müssen. Das neue Boot war eine Lagoon 39. Da dieses Boot jedoch in der nächsten Woche verchartert war, wurde ein erneuter Umzug bereits angekündigt. Das sollte jedoch dann der letzte Umzug während unseres Urlaubs sein. Nach dem Bootscheck legten wir direkt ab um unsere Ziele nicht völlig aus dem Auge zu verlieren.

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Am Dienstag brachen wir auf um die Bucht von Beau Ballon zu erreichen. Dort haben wir die Zeit genutzt um uns den Ort anzusehen und ein wenig schwimmen zu gehen. Leider war bisher das Wetter durchwachsen, das bedeutet auf den Seychellen zu dieser Jahreszeit: tropischer Regen bei ca. 27 – 30 °C. In den nächsten beiden Tagen hatten wir uns die nördliche und die nord-westliche Küste mit traumhaften Buchten angesehen und viel geschnorchelt. Es ist erstaunlich das wir nur mit Flossen, Schnorchel und Brille so viele Fische und Korallen sehen konnten. Neben Kugel- und Feuerfischen waren wir in riesigen Fischschwärmen gefangen und wir konnten sogar einem Tintenfisch mehrere Minuten folgen.

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Am Donnerstag mussten wir bereits die Reise nach Praslin, der zweitgrößten Insel der Seychellen fortsetzen. In der Marina Baie St. Anne wartete bereits das nächste Boot auf uns. Es handelte sich um eine Hélia 44 der Firma Fountaine Pajot. Es war ein Top ausgestattetes Boot mit Aggregat, Klimaanlage, zwei Kühlschränken im Salon und einem Kühlschrank auf dem Deck in der Nähe des Esstisches. Zur Freude unserer Frauen hatte das Boot zusätzlich ein blaues Unterwasserlicht und wir waren gespannt welche Wirkung dieses Licht auf die Unterwasserwelt haben wird. Im Hafen lernten wir Michele kennen, wir unterhielten uns über Land und Leute und fragten wo wir Essen gehen könnten. Er schlug uns das Restaurant „Pirogue Lodge“ vor (http://www.piroguelodge.com), die Empfehlung war hervorragend und jedem Reisenden auf der Insel Praslin zu empfehlen.

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Als uns Michele am späten Abend wieder im Restaurant abholte verabredeten wir uns für den nächsten Tag. Es stand der Besuch des Vallée de Mai an. Ein absolutes Muss auf der Tour. In dem als UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichneten Urwald befindet sich die berühmte Coco-De-Mer. Als Gruppe haben wir eine Führerin gebucht die uns die Geheimnisse des prähistorischen Urwald näher gebracht hat. Neben den bekannten Coco-De-Mer wurden uns mehrere Arten unterschiedlicher Palmenarten und verschieden im Urwald lebende Tiere erklärt. Am Nachmittag haben wir zunächst das Boot unter Segel und Motor auf Herz und Nieren getestet. Ziel war die Bucht Anse Volbert mit der davor gelegenen Insel  St. Pierre. Eine unbewohnte, traumhafte und kleine Insel die wie aus dem Nichts aus dem Wasser ragt. Durch einen Hinweiß auf unseren elektronischen Karten haben wir den Bereich auch unter Wasser genau inspiziert. Wieder eine Möglichkeit schnorchelnd die wunderschöne Unterwasserwelt zu betrachten.

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Unsere Reise führte uns weiter zur Insel Curieuse. In der Laraie Bay kann man mit dem Dingi anlanden um die im Naturschutzgebiet freilaufenden Schildkröten zu betrachten. Über einen lohnenswerten Fußweg quer durch die Mangroven, bei dem man eine Vielzahl an Krebsen usw. sieht, erreicht man die ehemalige Leprastation. Als wir wieder an Bord waren führte uns unser Weg zunächst zurück nach Cote d`dor. Nach den Einkäufen legten wir ab um die Nacht in der Bucht von Anse Lazio zu verbringen. Der traumhafte Strand war leider völlig überfüllt, es lagen drei weitere Katamarane und 2 Yachten neben uns ;-).

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Am folgenden Tag sind wir zur Insel Cousin aufgebrochen. Dort stand der Besuch des Cousin Island Special Reserve an. Bei dem Landgang haben wir von einem Ranger eine Menge über die seltenen Vogelarten gelernt. Wir möchten an der Stelle diejenigen warnen, die diese Insel ohne entsprechenden Insektenschutz (Moskito, Mücken, usw.) besuchen wollen. Es ist anzuraten den maximalen Insektenschutz aufzutragen bzw. zu nutzen. Es ist unglaublich wie viele Insekten dort existieren, trotzdem ist der Besuch ein Traum und ein absolutes Muss.

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Nach einer erneuten Übernachtung in der Bucht von Anse Volbert haben wir unseren Kurs auf La Passe auf der Insel La Digue fortgesetzt. Der Hafenmeister wies uns einen Platz im Hafenbecken zu. Mit Anker und Landleine hatten wir einen sehr schönen ruhigen Platz von dem wir mit dem Dingi sehr schnell an Land kommen konnten. Am späten Nachmittag haben wir einen wunderschönen Spaziergang durch La Passe gemacht. Auf der Insel existieren nur ganz wenige Kraftfahrzeuge, die meisten Personen nutzen das Fahrrad. Hotels verwenden meist elektrisch betriebene Golfwagen oder Ochsenkarren. Auf der Insel herrscht eine wundervolle unbeschreibliche Atmosphäre bei der man sich sofort wohl fühlt.

Sonnenuntergang

Am folgenden Tag wurden wir leider von einem tropischen Tiefausläufer überrascht, dieser brachte uns über einen längeren Zeitraum warmen Regen.Trotzdem beschlossen wir die Insel mit dem Fahrrad zu erforschen. Pflichtprogramm ist der Besuch der Grand Anse und der Anse Source d`Argent. Die Grand Anse erreicht man direkt über einen öffentlichen Weg. Dieser endet an einer kleinen überdachten Strandbar die von uns an diesem Tag als Regenschutz verwendet wurde.

Grand Anse

Anschließend haben wir uns auf den Weg zur Anse Source d`Agent gemacht. Dieser Weg führt über eine Kokosnuss-Plantage zu einem weiteren Traumstrand den man sonst nur aus der Werbung kennt. Wer den Weg bis zum Ende folgt wird wieder von einer wunderschönen Strandbar empfangen. Bei einer frischen Kokosnuss kann man wunderbar, die Lebensart und die Landschaft genießen.

Strandbar

Am folgenden Tag hätten wir gerne die Bucht von der Seeseite besucht um einen Drohnenflug durchzuführen. Das Wetter war klasse nur leider für einen Flug zu windig, sodass wir von dem Vorhaben abstand genommen haben und unsere Tour fortsetzten. Wir segelten bei angenehmen Wind nach Coco Island und nach Felicita. Aufgrund der vorherrschenden Strömung ankerten wir jedoch nur in der Bucht vor der Felicite Island Lodge. Einer der bekannteren Resorts in denen lt. Dumont Reisehandbuch die Tennisspielerin Steffi Graf und der britische Ministerpräsident Tony Blair  bereits ihre Urlaub verbracht haben.

Zum Abschluss unserer Reise mussten wir leider am Freitag wieder nach Baie St Anne (Praslin) zurück und das Boot am Sonntagmorgen verlassen um die erste Fähre nach Mahé zu nehmen. Von der Fähre aus hatten wir Jeffrey angerufen, wir haben uns auf Mahé in der Marina Eden Island kennengelernt. Jeffrey ist Managing Director bei dem Charterunternehmen Bat-O-Bleu und ein sehr netter Mensch von dem wir vieles über das Land und die Seychellois erfahren haben. Jeffrey hatte uns angeboten, dass er uns einen Teil der südlichen Insel von Mahé zeigt. Nachdem wir unsere Gepäck bei Jeffrey im Van verstaut hatten brausten wir los. Auf dem Weg zeigte uns Jeffrey sein Haus, er renoviert es seit einiger Zeit und es ist fast fertig. Er berichtet uns, dass man sein Haus auch mieten kann um  sich z.B.  nach der Ankunft auf den Seychellen etwas zu akklimatisieren und später die Reise auf einem seiner Boote fortzusetzen. Eine Art die wir üblicherweise auch gerne zu Urlaubsbeginn anstreben um zunächst runter zu kommen.

Hier ein paar Bilder des Hauses:

Wohnzimmer

Wohnzimmer

Schlafzimmer 1

Schlafzimmer 1

 

 

 

 

Schlafzimmer 2

Schlafzimmer 2

 

 

 

 

 

Badezimmer 1

Badezimmer 1

 

 

 

 

 

 

Badezimmer 2

Badezimmer 2

Esszimmer

Esszimmer

 

 

 

 

 

 

 

 

Küche

Küche

Wer den Kontakt sucht erreicht Jeffrey oder seinen Partner über folgende Internet-Adresse www.bat-o-bleu.com.

Abschließend möchten wir uns bei allen netten Menschen, die wir auf der Reise kennengelernt haben bedanken. Es war ein echter Traumurlaub. Land, Leute, Natur einfach ein Traum, wir sind aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen. Es steht fest … wir kommen wieder, Versprochen!

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